DRAHT
6/2011 November
Werkzeugmaschinen-Nachfrage robuster als allgemeine Wirtschaftsleistung
Zurück
Hannover/D (VDW) – Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) bekräftigt seine Produktionsprognose von 30 % Zuwachs für 2011. Gleichwohl werden sich die Wachstumsraten im zweiten Halbjahr wegen des erreichten hohen Niveaus abschwächen. Zusätzlich werde es die Branche künftig häufiger mit exogenen Störfaktoren zu tun haben, die zyklische Entwicklungen verstärken und überlagern. Die Bestandsaufnahme für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie fällt bis an den aktuellen Rand der verfügbaren Daten positiv aus. In den ersten sieben Monaten 2011 stiegen die Aufträge um 91 % auf das höchste Niveau, das die Branche jemals verzeichnet hat. Die Nachfrage ist weltweit breit angelegt, denn viele kleinere Märkte laufen mit dreistelligen Zuwachsraten besonders gut. Ebenso legten die meisten großen Märkte wie China, die USA, Russland, Frankreich und Italien mindestens zweistellig zu. Der Auftragsbestand erreichte im Juni dieses Jahres mit 9,7 Monaten ebenfalls ein Rekordniveau, das die Produktion bis weit in das kommende Jahr hinein stützt. Der Export stieg im ersten Halbjahr 2011 um mehr als ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die kräftigen Zuwächse waren über die Triade hinweg breit angelegt. Auch in den USA wird trotz des turbulenten Umfelds insbesondere in der Automobilindustrie investiert. Der deutsche Export in die Vereinigten Staaten zog um 67 % an. China hat seine Ausnahmeposition als mit Abstand wichtigster Exportmarkt abermals gestärkt. Nach dem enormen Rückgang der Kapazitätsauslastung Mitte 2009 auf unter 70 % waren die Hersteller im Juli dieses Jahres mit 95 % wieder voll ausgelastet. Für die weitere Entwicklung ist die Weltwirtschaft ausschlaggebend. Hier wurden in den vergangenen Wochen die Erwartungen für alle wichtigen makroökonomischen Kenndaten gesenkt. Dennoch wird die Weltwirtschaft trotz abflachender Raten weiter wachsen. Im Vergleich dazu fallen Prognosekorrekturen für die Industrieproduktion und die Investitionstätigkeit weniger stark aus. Die Investitionsbudgets der wichtigsten Kundenbranchen der Werkzeugmaschinenindustrie bleiben international mit über 11 % im laufenden und 10 % im kommenden Jahr weiterhin stattlich. Insbesondere große Abnehmer wie die Automobilindustrie und der Luftfahrzeugbau planen viele strategische Investitionen in neue Märkte, neue Technologien und neue Modelle. Davon werde auch die Werkzeugmaschinenindustrie profitieren. Daher geht der VDW auch für das kommende Jahr von einem weiteren Wachstum der deutschen Werkzeugmaschinenproduktion aus.
Kommentar schreiben
© 2012 MEISENBACH GMBH - VERLAG
