




Wenn Innovation zeitlos gut ist
Seit 1950 hat sich manches entscheidend verändert. Fertigungssysteme von Bihler etwa haben seitdem Aufgaben zu lösen gelernt, die vor 50 oder 30 Jahren nicht einmal denkbar gewesen waren. Und auch in Zukunft würden auf ihnen Lösungen verwirklicht werden, die bis dato außerhalb jeder Vorstellung liegen, ist der bayrische Maschinenbauer Otto Bihler sicher.
Die 1950er Jahre stehen für Ludwig Erhardts dicke Zigarren und das deutsche Wirtschaftswunder. Die Industrie boomte, Industriefedern gab es mehr als genug zu fertigen. Allerdings war die Herstellung überaus aufwändig. Hier witterte der gelernte Flugzeugmechaniker Otto Bihler seine Chance. 1954 entwarf er seinen ersten Feder-Wickelautomaten, den UFA-1. Auf ihm ließen sich Federn weitaus schneller und vor allem wirtschaftlicher fertigen als auf herkömmlichen Maschinen.
Bihler stellte indes sehr schnell fest, dass er mit der Maschine nur einen kleinen Teil der Probleme seiner Kundschaft lösen konnte. Das maschinelle Stanzen und Biegen von Drähten wie auch schmalen Metallbändern erkannte er als weit größeres Betätigungsfeld. Zum Einsatz kamen damals hauptsächlich horizontale Tisch-Biegemaschinen. Jedoch boten diese nur wenige Funktionen, und auch die Präzision ließ meist zu wünschen übrig. Bihlers Innovation: Er schwenkte die Arbeitsfläche in die Vertikale und gruppierte hier die Biegeaggregate kreisförmig um das Bearbeitungszentrum herum. Angetrieben wurden sie über Zapfstellen, die auf das Großrad hinter der Platte griffen – dazu noch eine Presse, und fertig war der Stanz-Biegeautomat RM 25. Jetzt ließen sich mit den entsprechenden Werkzeugen Abermillionen Teile effizient und in konstant hoher Präzision fertigen. Kurz: Eine Bihler-Maschine erledigte in einem Durchlauf das, wozu vorher mehrere Arbeitsschritte und verschiedene Geräte nötig gewesen waren.
In den 1980er Jahren hatte der Werkzeugmaschinenbau neue Aufgaben zu meistern wie wachsende Produktvielfalt und Automatisierungs-Anforderungen, stärkeren Rationalisierungs- und vor allem enorm hohen Produktivitätsdruck. Bihlers Antwort waren schnelle Stanz- und Biegeautomaten, die baukasten-artige Integration von Gewinde-, Präge- und Montagetechniken sowie die Entwicklung eigener Draht-Schweißgeräte. Mit diesen ließ sich die Produktivität auf einen Schlag auf bis zu 600 Schweißungen pro Minute verzehnfachen. Wurden diese Geräte in Fertigungslösungen auf Bihler-Automaten integriert, kam dies einem Quantensprung gleich.
Stanzen, Biegen, Komplettbearbeiten
2010 gestaltet sich die Situation für die deutschen Werkzeugmaschinenbauer noch weitaus komplexer als in der Vergangenheit. Um im globalen Wettbewerbsumfeld bestehen zu können, bedarf es vor allem extrem hohe Qualität und Innovationskraft. Bihler ist hier wiederum Vorreiter mit intelligenten, vollautomatisierten Lösungen, die überzeugen – etwa eine spezifische Komplettlösung zur Fertigung von Dachplatten-Befestigungen in unterschiedlichen Varianten. Produzierte der Kunde zuvor 170 dieser dreidimensional gebogenen Drahtteile in der Minute, fertigt ein Bihler Stanz-Biegeautomat der neuesten Generation jetzt die doppelte Menge. Dazu kombiniert das Unternehmen auf einer GRM 80P die Stärken der Mechanik mit denen der NC-Technik. Diese Kombination bietet aber noch mehr: Mit derselben Aggregatsbelegung und selbst gefertigten Werkzeugen deckt allein eine Maschine nun das gesamte Spektrum an Seitenfalz-Klammern aus Draht sowie sämtliche Varianten von Befestigungsklammern aus Bandmaterial ab. Umrüstarbeiten sind auf der Bihler-Universalmaschine in Minuten erledigt. Dass die fertigen Teile dann auch noch automatisch magaziniert, zusammengeklebt und verpackt werden, versteht sich fast von selbst.
Schweißleistungen gut verzehnfacht
In den letzten 60 Jahren hat sich in der Tat vieles verändert. Die Bihler-Fertigungssysteme realisieren mittlerweile Aufgaben, wie sie vor 50, ja vielleicht auch 30 Jahren noch undenkbar gewesen wären. In Zukunft werden auf ihnen Lösungen verwirklicht, die jetzt noch außerhalb jeglicher Vorstellung liegen, ist das bayrische Unternehmen überzeugt. Aber wo auch immer die Entwicklung hingeht, wird sich mit Sicherheit auf so mancher Bihler'sche Highend-Fertigungsanlage das alte Prinzip wiederfinden, mit dem die Geschichte des Hauses begann: radial um ein Zentrum angeordnete Bearbeitungsaggregate. Manche Innovationen sind eben einfach zeitlos gut.
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