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DRAHT
4/2010 August
 
 
 Trocken-Ziehmaschinen des Typs KGT sind in verschiedenen Baugrößen und Ausführungen lieferbar. Je nach Wunsch und Aufgaben werden Einzelheiten wie Größe und Zahl der Ziehscheiben, Zugkräfte, Geschwindigkeit oder Art der Antriebe festgelegt.<br>
Trocken-Ziehmaschinen des Typs KGT sind in verschiedenen Baugrößen und Ausführungen lieferbar. Je nach Wunsch und Aufgaben werden Einzelheiten wie Größe und Zahl der Ziehscheiben, Zugkräfte, Geschwindigkeit oder Art der Antriebe festgelegt.
Bild: Filì
 In der Nachkriegszeit fehlte es an Wäscheklammern. Koch entwickelte eine Lösung, die seinerzeit insoweit voll ihren Zweck erfüllte. Heute ist die Klammerfeder-Maschine museumsreif.<br>
In der Nachkriegszeit fehlte es an Wäscheklammern. Koch entwickelte eine Lösung, die seinerzeit insoweit voll ihren Zweck erfüllte. Heute ist die Klammerfeder-Maschine museumsreif.
Bild: Koch
DRAHT-ZIEHMASCHINEN

Von Wäscheklammer bis OTA-Technik

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Erst Kettenschmiede, dann Klammern und heute Spitzentechnik-Lieferant: 1921 in Ihmert gegründet, zählt die Ernst Koch GmbH+Co. KG zu den weltweit führenden Herstellern von Ziehmaschinen für die Stahldraht-Industrie. In der Zwischenzeit haben die findigen Westfalen mehr als nur einen technischen Markstein gesetzt.

Zunächst eine Kettenschmiede die auf dem heutigen Werksgelände lag, war das Unternehmen ab 1921 von dem aus Iserlohn stammenden Schlossermeister Ernst Koch als Handwerksbetrieb weitergeführt worden. Erste Mitarbeiter waren ein Geselle und ein Lehrling. Koch entschied schon bald, Reparaturarbeiten von Maschinen für die Drahtbe- und -verarbeitung zu übernehmen. Weil dies allein zu wenig Umsatz brachte, nahm er 1926 des Weiteren die Herstellung von Wäscheklammer-Federn ins Programm. Das Geschäftsmodell passte: Bis Ende der 1960er Jahre war Koch Hauptlieferant der westdeutschen Klammerfabriken. 1930 dann wurde in Ihmert die erste Draht-Ziehmaschine gebaut. Die kleine Anlage war robust, ausgetüftelt bis ins Detail und setzte den Startpunkt für weitere Entwicklungen. Mit der wachsenden Nachfrage wuchs das Unternehmen. Bis Ende der 1939er Jahre zählte Koch zehn Mitarbeiter, stellte während des II. Kriegs aber nur wenige Ziehmaschinen her.
1949, nach der Währungsreform, ging es wieder aufwärts. Gemeinsam mit den 1945 eingetretenen Söhnen Heinrich und Albert – sie fungierten als Techniker und Kaufmann – wurden neue Programme aufgelegt. Die Draht-Ziehmaschinen wurden weiter entwickelt und auf den Stand der Technik gebracht, und auch Wickelwerke für die Drahtverzinkung wurden gebaut. 1950 wurden die ersten Geschäftsverbindungen in Europa und im Folgejahr auch in Übersee geknüpft. Der Umsatz wuchs mit jedem Jahr, die Exportquote erhöhte sich. Albrecht und Heinrich Koch setzten auf Kooperationen. In Partnerschaft mit Wafios, führender Hersteller von Maschinen für die Drahtverarbeitung, spezialisierte sich Koch auf die Ziehmaschinen-Technik für kohlenstoffhaltige Stahldrähte. Weitere Partner kamen hinzu. So wurde 1988 die Morgan-Koch-Cooperation in den USA gegründet. Die Tochterfirma ist heute strategische Basis für den Vertrieb und Service in Nordamerika. Über acht Jahrzehnte Ernst Koch GmbH+Co. KG, das heißt auch: fundiertes Wissen über die wechselnden Anforderungen der Weltmärkte. Rund 80 % der Ihmerter Ziehmaschinen werden in mehr als 60 Länder exportiert.
Ziehscheiben-Kammerkühlung, Tastrollen-Regelung, Recken von warm gewalztem Betonstahl, Ziehgeschwindigkeiten bis 50 m/s und die OTA-Technik sind weitere Marksteine, die das Unternehmen seit den 1980er Jahren gesetzt hat. Die Entwicklungsfreude hat Tradition. So liefert Koch Trocken-Ziehmaschinen in verschiedenen Größen und Ausführungen. Gleich ob Anzahl der Ziehscheiben, mechanische Zugkraft, Geschwindigkeit, Leistung oder Art der Antriebe: Jedes Detail wird mit dem Kunden abgestimmt.
Mitte der 1980er Jahre entwickelte Koch die Tunerline-Technik. Eine Tastrolle ermittelt die Drahtspannung zwischen den einzelnen Ziehblöcken. Damit wird vollautomatische Synchronisation der Geschwindigkeit möglich. Ein weiterer Fortschritt in dieser Technik war die Synchronisation per Rechnersteuerung, das Computer-Drawing-System CDS.
Gerade bei niedrig gekohltem und rostfreiem Stahldraht sind enge Toleranzen gefordert. Mit Ziehscheiben von 1200 mm Durchmesser setzte die KGT 47 OTA hier neue Maßstäbe, dies insbesondere für die Herstellung von Spannstahl. Die OTA-Technik ermöglichte erstmals einen Geradeauszug des Drahts ohne Tänzer- oder Tastrollen, also mit vollautomatisch geregeltem und reproduzierbarem Gegenzug. Dieses Ideal einer schnurgeraden und umlenkfreien Drahtführung erreichte Koch 2006 allein durch eine ausgefeilte Regelungstechnik: ein linearer Drahtverlauf vom ersten Richtwerk bis hin zum Spuler. Die OTA-Technik gilt heute als State of the Art, wenn Spitzenqualität zu wirtschaftlichen Bedingungen gefragt ist.


Ernst Koch GmbH+Co. KG
Sternstraße 9, 58665 Hemer-Ihmert
Tel.: +49 2372 985500
Fax: +49 2372 985167
E-Mail: info@koch-ihmert.de
Internet
: http://www.koch-ihmert.de
 
 
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