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4/2010 August
 
 
 Centerview 8000 ist der Nachfolger des hundertfach bewährten Klassikers Wandexe 203. Auch das neue Messgerät ist weltweit in Kabel-Produktionslinien im Einsatz.<br>
Centerview 8000 ist der Nachfolger des hundertfach bewährten Klassikers Wandexe 203. Auch das neue Messgerät ist weltweit in Kabel-Produktionslinien im Einsatz.
Bilder: Sikora
 Das erste Messgerät zur Messung der Exzentrizität, die Wandexe 203, wurde in den 1970er Jahren mit Zeigerinstrumenten angeboten. Monitore gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.<br>
Das erste Messgerät zur Messung der Exzentrizität, die Wandexe 203, wurde in den 1970er Jahren mit Zeigerinstrumenten angeboten. Monitore gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
 In den 90er Jahren - vor der Entwicklung des Röntgenmess-Systems X-Ray 8000 - wurden Hochspannungs-Kabel manuell und offline unter dem Mikroskop gemessen.<br>
In den 90er Jahren - vor der Entwicklung des Röntgenmess-Systems X-Ray 8000 - wurden Hochspannungs-Kabel manuell und offline unter dem Mikroskop gemessen.
QUALITÄTSKONTROLLE

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1972 hatte Harald Sikora das erste System vorgestellt, Dank dessen die Exzentrizität von Energiekabeln nicht mehr nur per Schieblehre und Mikrometerschraube ermittelt werden konnte, sondern vielmehr komplett berührungslos. Heute ist die Bremer Sikora AG ein Global Player, der die Trends der Mess- und Regeltechnik entscheidend mitbestimmt.

Das Exzentrizitäts-Messgerät Wandexe 203 für Aderlinien lieferte Anfang der 1970er Jahre die Basis für die heutige Inline-Mess- und Regeltechnik für Drähte und Kabel. Mit dem von Harald Sikora entwickelten Gerät wurde es erstmals möglich, die Exzentrizität wie auch den Durchmesser von Adern und Kabeln während der Produktion zu messen. Dies war eine echte Pionierleistung: Setzte man in den 1950er und 1960er Jahren doch noch Mikrometer-Schrauben oder Messschieber für die Qualitätssicherung ein. Geprüft wurden die fertigen Kabel am Anfang und Ende der Trommel. Messwerte zur Regelung gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Anfang der 70er Jahre folgte ein System zur Messung der Kabellage in Dampf CV-Linien1, die so genannte Durchhang-Messung. Mit ihr ließ sich die vertikale Lage des Leiters bestimmen und auf CV-Rohrmitte regeln. Zuvor wurden vornehmlich Messräder verwendet, die auf dem Kabel im CV-Rohr mitliefen. Die Folge waren oft Beschädigungen an der Produktoberfläche.


Laser- und Röntgentechnik

Mitte der 1970er Jahre wurden in Bremen Durchmesser-Messgeräte mit Zeilensensoren entwickelt. Das Funktionsprinzip ähnelt den heute bekannten Bildsensoren in Digitalkameras. Der größte Unterschied war die niedrigere Pixelanzahl. Damals waren es 512. Heute werden Bildsensoren mit über 14 Megapixeln angeboten und auch in Sikora-Geräten eingesetzt, etwa in dem Längen-Messgerät Length 6000. In den 1970ern war diese Technik noch relativ unbekannt, lieferte aber die Basis für das zuverlässige, wiederholbare Messen von Drähten und Kabeln innerhalb der Produktion. Das Unternehmen zählte mit zu den ersten, die Durchmesser-Prüfgeräte für CV-Linien herstellten und international verkauften.
Anfang der 1990er Jahre expandierte der Markt für Hochspannungskabel. Neben dem Außendurchmesser wollten die Hersteller nun auch die drei Isolationswand-Dicken der Kabel erfassen. Sikora antwortete mit der Entwicklung eines röntgen-basierten Messgeräts. Zum einen sollte es direkt in das Teleskoprohr der CV-Linie integrierbar sein, damit gleich nach dem Anfahren der Linie Messwerte für die Zentrierung und Regelung angezeigt werden konnten. Zum anderen musste das Gerät sich sowohl in Dampf- als auch in Stickstoffanlagen einsetzen lassen. Ergebnis war das X-Ray 8000 zur Messung der Exzentrizität der Wanddicke und des Durchmessers. Dieses Röntgen-Messsystem ist bis dato über 700 Mal verkauft worden und weltweit industrieller Standard.
Mitte der 1990er wurde das Programm ergänzt durch Systeme für Aderlinien, in denen Kommunikationskabel, Fahrzeug- und Installationsleitungen gefertigt werden. Die Inline-2000-Serie umfasste Durchmesser-, Wanddicken- und Exzentrizitäts-Messgeräte wie das Centerview als Nachfolger der Wandexe 203 wie auch Knotenwächter, Hochspannungs-Prüfer und Kapazitäts-Messgeräte. Die Bremer Ingenieure integrierten dabei Lösungen, die es in solchen Geräten bis dahin nicht gab. So wurde in den Durchmesser- und Kapazitäts-Messgeräten eine FFT-Analyse und Vorhersage der Rückflussdämpfung eingebunden. Sikora war der erste Anbieter von Geräten, bei denen die Profibus-Schnittstelle bereits integriert war.


Kosten sparen durch Qualität

Setzten die Kabelhersteller die Messtechnik bislang vor allem dazu ein, die Qualität der Fertigung zu sichern, kam mit der Jahrtausendwende die Materialeinsparung hinzu. Vermehrt wurden Messgeräte für Mantellinien nachgefragt, mit denen die Wanddicke gemessen und geregelt werden konnte. Bekannt war bis dahin die Durchmesserdifferenz-Messung, bei der vor und nach dem Extruder der Durchmesser des Kabels gemessen und dann aus der Differenz der beiden die Wanddicke ermittelt wurde. Zwar konnte derart die Dicke der Isolationswand definiert werden, das Prinzip lieferte jedoch keine Informationen über die konzentrische Verteilung. Da die Wanddicken-Messung per Röntgen mit dem X-Ray 8000 seit über zehn Jahren bewährt war, setzte Sikora diese Technik auch zum Messen der Konzentrizität von Mantellinien ein. Das neue System X-Ray 2000 kombinierte alle Vorteile, die bereits erfolgreich in anderen Messgeräten eingesetzt wurden wie die Durchmesser-Ermittlung mit CCD-Zeilen und das Röntgen in CV-Linien. Heute sind moderne Ader- und Mantellinien mit dieser Technik ausgestattet. Sie eignen sich sowohl für die Messung von Rund- und Sektorleitern als auch für Hochfrequenz- Kabel mit geschäumter Isolation.
Seit 1993 ist die Sikora AG nach dem Qualitätsstandard DIN EN ISO 9001 klassifiziert. Die Zertifizierung trägt Früchte, denn durch die laufende Verbesserung der Produktqualität konnte bei vielen Geräten die Meantime Between Failure (MBT) auf über 14 Jahre gesteigert werden. Am Hauptsitz in Bremen arbeitet ein Team von 24 Mitarbeitern an der systematischen Weiterentwicklung der Messtechnik und an neuen Produkten, mit denen das Unternehmen in den kommenden Jahren seine Position am Markt behaupten und ausbauen will. Auch 2010 hat Sikora zahlreiche neue Produkte auf den Markt gebracht wie das Length 6000: ein berührungsloses System zum Messen strangförmiger Produkte. Der Preheater 6000 – ein Leiter-Vorheizgerät – hilft bei der Herstellung von Telefon- und Datenkabeln, aber auch bei der Herstellung von Fahrzeugleitungen dabei, eine gute Haftung der Isolation auf dem Leiter zu erzielen. Ebenfalls neu ist das Gerät Ultratemp 6000, das bei der Herstellung von Hochspannungs-Kabeln die Temperatur des Kunststoffs im Fließkanal misst.



Sikora AG
Bruchweide 2, 28307 Bremen
Tel.: +49 421 48900-0
Fax: +49 421 48900-90
E-Mail: sales@sikora.net
Internet
: http://www.sikora.net
 
 
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