


Biegen und Winden mit CNC
Als der Vollbluttechniker Reijiro Itaya 1947 seine eigene Firma aufmachte, hatte er bereits einige Ideen im Köcher. Innovation war das Grundkapital des jungen Betriebs. Dass sein Sohn Ichiro 30 Jahre später mit der ersten Feder-Windemaschine überhaupt auf den Weltmarkt zielen würde, konnte er nicht wissen.
1947 hatte Reijiro Itaya seine Engineering Ltd. gegründet. Zunächst baute der an der Kuramae Industrial Technology High School lehrende Vollbluttechniker automatische Kettenbolzen-, Kettenmontage- und Wickelmaschinen Unter den ersten Mitarbeitern waren auch einige Absolventen seiner Schule. Ichiro Itaya, der älteste Sohn des Gründers und aktueller Präsident des Unternehmens, hatte großes Interesse an Mikrocomputer-Technik und begann gleich nach seiner Graduierung zum Ingenieur mit der Entwicklung er weltweit ersten rechnergesteuerten Federn-Formmaschine. Erster Erfolg war ein Wickelprozess-Regler mit Mikrometersensor. Das so genannte SCD-Gerät wird auch heute noch eingesetzt, obgleich sich bei der statistischen Überwachung mittlerweile die Kamera durchgesetzt hat.
1977 dann sorgte die MCS-15 für Aufsehen. Die Maschine war die erste rechnergesteuerte Feder-Formanlage weltweit. Ichiro Itaya hatte sie zwar für die Fertigung von Zugfedern ausgelegt, jedoch war sie äußerst flexibel. Ein Schleifen der Steuerkurven war nicht mehr nötig. Mikrorechner und Servomotoren stellten sicher, dass das Maschinenprogramm sich durch einfache Modifikationen der numerischen Werte anpassen und speichern ließ. Diese Neuentwicklung hat nicht nur das Einstellen von Federn erleichtert, sie brachte auch den Vorteil der Wiederholbarkeit: Der Einrichter konnte ein vergleichbares, älteres Programm aufrufen, abändern und die nächste Feder herstellen. Die Akzeptanz für dieses neue Konzept war seinerzeit gerade in Japan verhalten. Viele Federnhersteller setzten seinerzeit noch ganz auf die handwerklichen Fähigkeiten ihrer erfahrenen Mitarbeiter. Denjenigen Unternehmen, die die Möglichkeiten der neuen CNC-Maschinen vorausgesehen haben, war in der europäischen und amerikanischen Federnindustrie schnell kommerzieller Erfolg beschieden.
Gleicher Preis, höhere Leistung
In den Anfängen hatte Itaya auch eine Maschine hergestellt, bei welcher der Federkörper über einen Dorn gewickelt wurde. Die MCT hatte den Vorteil, den Körper stabil formen zu können – ähnlich dem manuellen Wickeln auf einer Drehbank. Dieses Prinzip wurde für die 1993 erstmals vorgestellte Serie MCS-G übernommen. Zusätzlich hatten diese Maschinen unabhängige, motorgesteuerte Drehwerk-Achsen. Von diesen konnten mehrere gleichzeitig gesteuert werden, so wie es bereits bei den in den späten 1980er Jahren eingeführten Druckfeder-Windemaschinen der Reihe PC möglich war.
Itayas Serie RX war in den späten 1990er Jahren entwickelt worden. Das Unternehmen versteht diesen Maschinentyp als sein bisheriges Meisterwerk. Ein Pentium-Prozessor ergänzte die bereits zuvor an anderen Maschinen eingesetzte 68K CPU. Das erklärt, wieso die erste Generation der Federn-Formzentren Typ RX bereits seit über einem Jahrzehnt auf dem Markt gefragt ist. Itayas Weiterentwicklungen stehen auf allen neuen Maschinen zur Verfügung. Und tatsächlich sind viele der Maschinen mit mehreren unabhängig voneinander gesteuerten Servomotoren ausgestattet. Der Einsteller muss nicht mehr an die Form von Steuerkurven denken. Als die CNC-Federnformmaschinen eingeführt wurden, waren diese teuer, langsam und schwierig in der Handhabung.
In den letzten Jahrzehnten hat Itaya die Kosten reduziert, die Geschwindigkeit und auch die Bedienung verbessert. Die neue Generation der japanischen Maschinen ist fast zum gleichen Preis zu bekommen wie ihre Vorgänger, wartet jedoch mit verbesserter Geschwindigkeit und mehr Bedienerfreundlichkeit auf. Es ist jedoch Tatsache, dass immer noch Nachfrage für CNC-Maschinen mit Nockenwelle besteht. Der Hersteller hat dies als eine Forderung des Markts verstanden nach der Weiterentwicklung und Produktion von kostenreduzierten Feder-Formautomaten in bewährter Qualität. Itaya liefert Jahr für Jahr Maschinen nach Europa, wo zwischenzeitlich über 1000 Automaten im Einsatz sind.
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