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DRAHT
4/2010 August
 
 
 Der 2010 erstmals vorgestellte Wirbelbett-Ofen hat weder Verteilerrohre noch -platten. <br>
Der 2010 erstmals vorgestellte Wirbelbett-Ofen hat weder Verteilerrohre noch -platten.
Bilder: Wire Körner
 Stickstoff-Abstreifvorrichtung mit automatischer Inline-Messung der Zinkauflage im Werk Al-Rashed, Saudi-Arabien.<br>
Stickstoff-Abstreifvorrichtung mit automatischer Inline-Messung der Zinkauflage im Werk Al-Rashed, Saudi-Arabien.
 Mess- und Regeltechnik macht Prozesse sicherer: Die Ofentemperatur lässt sich auf ±2 °C exakt regeln.<br>
Mess- und Regeltechnik macht Prozesse sicherer: Die Ofentemperatur lässt sich auf ±2 °C exakt regeln.
 Die Brenner der jüngsten Generation von Patentieröfen arbeiten mit vorgewärmter Luft.<br>
Die Brenner der jüngsten Generation von Patentieröfen arbeiten mit vorgewärmter Luft.
 Patentierofen, 1953<br>
Patentierofen, 1953
WÄRMEBEHANDLUNG

75 % weniger Energiebedarf

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Auch die Wärmebehandlung hat sich seit der ersten Ausgabe der DRAHT radikal geändert. Im Vordergrund der Entwicklung standen Anlagen, die Ressourcen sparen, sich effizient regeln lassen und die bei Betrieb und Wartung wenig Personal erforderten. Ausschlag gebenden Anteil dabei die Mess- und Regeltechnik. Sie macht es möglich, Prozesse heute exakt zu steuern.

1928 gegründet, gehörte Körner nach dem Krieg bereits zu den erfahrenen Spezialisten für Wärmebehandlung. Zu Beginn der 1950er hatte Körner die Wiederaufbau-Phase bereits abgeschlossen und lieferte mit etwa 40 Mitarbeitern Wärmebehandlungs- und Verzinkungs-Anlagen rund um den Globus. Wie ein roter Faden zieht sich seitdem die Entwicklung energiesparender, Ressourcen schonender Anlagen, die die Umwelt möglichst wenig belasten, durch die Firmengeschichte. Anfangs wurden die Anlagen meist noch mit Öl oder Ferngas beheizt. Die Öfen wurden manuell geregelt. Es ging zunächst darum, den Draht auf die richtigen Temperaturen zu erwärmen. Regler, wie sie heute bekannt sind, gab es noch nicht. Viele metallurgische Prozesse waren noch nicht umfassend erforscht. Umso mehr zählten die Erfahrung und das Gespür jedes Mitarbeiters. Der sorgsame Umgang mit Ressourcen spielte seinerzeit noch keine große Rolle. Energie war billig zu beziehen und die Wärmeisolierung nachrangig. Emissionen nahm man mangels geeigneter Filtersysteme in Kauf.


1950 zählen Erfahrung und Gespür

Nach den Ölkrisen der 70er Jahre hatte das Umdenken im Anlagenbau begonnen. Keine Zeitung, die nicht über Ozonloch und Waldsterben berichtete. Die effiziente Verwendung von Energie wurde eine der wichtigsten Aufgaben der Konstrukteure. Bereits in den frühen 1980ern arbeiteten die Anlagen von Körner mit Brennersystemen, die deutlich weniger Energie benötigten. Im Vergleich zur Nachkriegszeit ist der Energiebedarf der Anlagen auf ein Viertel gesenkt. Heute zählt das Unternehmen, das wegen der wachsenden Bedeutung der Wärmebehandlung von Draht im Jahr 2008 die Tochter Wire Körner gegründet hat, nach wie vor zu den Innovatoren. Körner versteht sich als Technologieführer. Durch Kooperation mit internationalen Forschungseinrichtungen gelingt es immer wieder, Entwicklungen schnell umzusetzen.
Ein Beispiel ist der zur Messe wire 2010 in Düsseldorf erstmals vorgestellte wartungsarme Wirbelbett-Ofen: Dass ein Wärmebehandlungs-Ofen weder Verteilerrohre noch -platten benötigen würde, konnte sich zuvor kaum jemand vorstellen. Durch den Wegfall der Verteilerelemente entsteht erheblich weniger Strömungswiderstand. So reduziert sich die erforderliche Gebläseleistung im Vergleich zu anderen Anlagen um etwa 20 %. Die einfache Bauform senkt die Investitionskosten. Da das Brenngas außerhalb des Ofens vorgemischt wird, erzielen die neuen Öfen überall im Wirbelbett ein einheitliches Mischungsverhältnis von Brennstoff und Luft und somit eine gleichmäßige Temperaturverteilung über die Breite und Länge. Ergebnis sind eine effizientere Verbrennung und geringe Emission von unverbrannten Kohlenwasserstoffen.
Weitere Beispiele sind die eigene Brennertechnik, die automatische Regelung der Zinkauflage oder der Patentierofen mit Regelung der Ofenatmosphäre, die es den Kunden von Körner ermöglichen, Produkte mit gleichmäßig hoher Qualität und effizient zu produzieren. Während vor 60 Jahren die Öfen von bis zu acht Personen bedient wurden, arbeiten die Anlagen heute weitgehend automatisch.


2010 spart Prozesstechnik Ressourcen

Einen großen Anteil an der Qualität der Endprodukte hat die Mess- und Regeltechnik. Während die Öfen vor 60 Jahren noch nach Gefühl beheizt wurden, regelt moderne Prozesssteuerung die Temperatur im Ofen heute auf ± 2 °C. Touchscreens haben das Schauglas, durch das der Meister die Ofentemperatur schätzte, endgültig abgelöst. So führt die gleichmäßige Temperaturverteilung im Ofen dazu, dass die gewünschte Produktqualität nicht mehr nur von Charge zu Charge eingehalten wird. Sie ist heute auch vollkommen unabhängig von der Position des Drahts im Ofen. Vor 60 Jahren war dies noch anders: Die Drähte, die in der Mitte des Ofens liefen, hatten oft andere Eigenschaften als diejenigen, die am Rand geführt wurden. Die Bilanz aus 60 Jahren kontinuierlicher Entwicklung kann sich sehen lassen. Im Vergleich zu den 1950er Jahren hat Körner sowohl den Energiebedarf als auch die Emissionen um rund 75 % reduziert. Peter Kordt, der geschäftsführende Gesellschafter der Körner-Gruppe, arbeitet auch heute daran, den spezifischen Energiebedarf bei der Wärmebehandlung weiter zu senken.



Wire Körner GmbH
Profilstraße 9, 58093 Hagen
Tel.: +49 2331 8006-80
Fax: +49 2331 8006-88
E-Mail: info@wirekoerner.com
Internet
: http://www.wirekoerner.com
 
 
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