DRAHT
3/2010 Mai

Jörg Dambock, Redakteur
Bild: DRAHT / Meisenbach Verlag, Bamberg

Im August 1950 übrigens pflanzte der Coburger A. Prost Verlag ein Bäumchen in die junge Bundesrepublik. DRAHT blickt im August 2010 auf 60 Jahre Fachzeitschriften-Geschichte zurück.
Nehmen, wie es kommt
Zurück
Einer der schönsten, aber auch arbeitsreichsten Monate des Gartenjahrs ist der Mai. Deshalb wird er Wonnemonat genannt. Nach wire/Tube 2010 in Düsseldorf wünsche ich den Ausstellern, dass der Mai ihnen ein arbeitsreiches Nachmesse-Geschäft bringt.
Das Interesse an neuen Maschinen, Verfahren und Technologien war enorm. Vorsichtig bewerteten indes die Werkstoff-Lieferanten das „straffe“ erste Quartal des Jahres. Die Drahtbranche habe in Erwartung steigender Rohstoffpreise ihre Lager aufgefüllt. Wie es jetzt weitergehe, sei nicht klar.
Der Rückgang der Nachfrage nach Investitionsgütern habe die Erwartungen für die wire 2010 eingetrübt, sagt der Verband der Draht- und Kabelmaschinenhersteller (VDKM). Umso überraschter sei man gewesen, dass die Messe zu ihrem eigentlichen Geschäft zurückfand. „Es war dynamisch. Unsere Besucher informierten sich auf hohem Niveau über Neuentwicklungen“, resümiert der VDKM.
Auch der Verband der Deutschen Federnindustrie (VDFI) hat ein zartes Aufschwung-Pflänzchen ausgemacht. „Die Lage hat sich verbessert. Das gibt Anlass zur Hoffnung und Spielraum für Investitionen.“ Der VDFI hofft, dass die Preise für Vormaterial das Wachstum nicht erschweren.
Gesät, pikiert und ausgepflanzt in Düsseldorfer Erde: Auch in dieser DRAHT-Ausgabe geht es bei den Produktmeldungen um Exponate von der wire. Des Weiteren stellen wir Walzmaschinen zur Herstellung von Flachdraht für die Photovoltaik vor, eine Anlage zur Drahtstift-Fertigung mit höherem Ausstoß und werfen einen Blick auf Kabelherstellung, -werkstoffe und -produkte. Außerdem finden Sie eine neue Bewertung von Maschenweiten, die für klarere Sicht bei Produktion, Warenein- und -ausgang von Drahtgeweben sorgen soll und berichten, warum sich mit Kupfer beschichteter Walzdraht besser umformen lässt, über Öle für das Härten warmgeformter Schraubendruckfedern sowie ein Wälzlageröl, das die Standzeit von Drahtziehanlagen verlängern könnte.
Wie wichtig der Service im Maschinenbau ist, belegt eine Studie von Bain+Company. Die Marktforscher kommen darin zu dem Ergebnis, dass die Gewinnspanne hier viermal höher liegt als im Verkauf von Neuanlagen.
Ein Drahtmaschinen-Hersteller umschrieb die aktuelle Lage mit einem Baum: Früher hätten die Kunden auf eine schöne Krone geachtet, ein wenig die Äste gelichtet und Früchte geerntet. Jetzt wende man sich den Wurzeln zu. Und welcher Gärtner würde nicht im Frühjahr Kompost ausbringen, um den Ertrag zu steigern.
Nehmen wir es im Übrigen, wie es kommt – milde Frühlingstage, kalte Nächte und warme Gewitterregen.
Jörg Dambock
Redakteur
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